Leader-Bootstrap (Planung) aus Template + Jetson-Meta-Prompt:
- ROADMAP-Board W1-W6 als Abhaengigkeits-DAG (Ready-Set = {W1})
- STATE mit disjunkter Datei-Ownership W2-W6
- CONVENTIONS Projekt-Vertrag (Profile, Pfade, Ports, Daemon-Env, num_ctx, DVC, Scope)
- manifests/requirements.md = kalt verifizierbares Review-Manifest (R-01..R-10)
- REVIEW.md Kalt-Review-Einstieg; ADR 0002 (Ollama-nativ, kein Swapper/Gateway)
- session-prompts/W1..W6 dispatch-fertig; .gitignore um Jetson-Ignores erweitert
- examples/walkthrough entfernt (Projekt hat eigenes gefuelltes Board)
Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 <noreply@anthropic.com>
2.3 KiB
Spike-Gate (nur Research-Items)
Bevor Research-Mathe produktivsiert wird: numerischer Proof-of-Correctness auf einem Wegwerf-Branch. Der Spike schützt davor, Wochen in eine mathematisch falsche Implementierung zu investieren.
Warum
Research-Items haben keinen goldenen Oracle (keine Referenz-Implementierung). Eine Implementierung kann kompilieren, konvergieren und trotzdem geometrisch falsch sein. Invarianten-Checks und Konvergenz-Studien fangen das nur, wenn die zu prüfenden Invarianten vorab klar spezifiziert wurden.
Ablauf
Theorist (Opus):
Formeln aus Papers/Dissertation ableiten
Validation-Strategie entwerfen (Invarianten, analyt. Grenzfälle, Kreuzcheck)
LaTeX-Notiz / Spec-Dokument erstellen
↓
Prototyper (Opus → Sonnet):
Throwaway-Implementierung auf Branch `spike/<thema>`
Numerischen Korrektheitsnachweis führen (die vom Theorist entworfene Validation)
↓
GO/NO-GO-Gate:
GO → Spike-Branch wird verworfen; Research-Implementer baut produktiv
NO-GO → Spike-Branch bleibt als Dokumentation des negativen Ergebnisses
→ Eintrag in ROADMAP: "Spike <thema> FAILED — Grund: …"
→ Zurück zum Theorist oder Human-Entscheidung
NO-GO ist kein Versagen
Ein NO-GO ist ein valides, wertvolles Ergebnis. Es dokumentiert, dass ein Ansatz numerisch nicht funktioniert, bevor Produktionscode und Tests dafür investiert wurden. Negative Spikes müssen genauso sorgfältig dokumentiert werden wie erfolgreiche.
Validation-Typen (gewählt vom Theorist)
| Situation | Validation |
|---|---|
| Cross-Implementierung verfügbar (andere Bibliothek) | Übereinstimmung nach Normalisierung |
| Analytische Grenzfälle bekannt (z. B. κ=0 ↔ Euklidisch) | Bit-for-bit-Übereinstimmung am Grenzfall |
| Erhaltungsgrößen bekannt (Gauss-Bonnet, Holonomie-Closure) | Invarianten-Check unter Perturbation |
| Analytisch vs. numerisch (FD vs. exakte Hessematrix) | Wert-Identität + Speed-Messung |
| Kein direkter Check möglich | Konvergenz-unter-Verfeinerung-Studie |
Aufwand-Faustregel
Ein Spike sollte höchstens 20 % des Aufwands einer vollständigen Implementierung kosten. Wenn er mehr braucht, ist das Scope entweder falsch klassifiziert (→ kleineres Research-Item) oder der Theorist hat die Spec nicht ausreichend präzisiert (→ zurück zum Theorist).